Wie wirkt eine Kältekammer? Dortmunder Experte gibt Auskunft

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Ein eiskalter Allrounder

Wie wirkt eine Kältekammer?

Dortmunder Experten

Die Kaltlufttherapie soll viele positive Auswirkungen auf den Körper und auf den Geist haben. Doch für wen eignet sich die Behandlung und wie wirkt eine Kältekammer eigentlich genau? Antworten von Robin Mayler, Geschäftsführer von VITALuxe aus Dortmund.

Schon in der griechischen Antike findet sich Kälte als therapeutische Maßnahme bei Hippokrates. In der Moderne schwor Kneipp auf sie. Und die berühmte „Eistonne“ ist vielen Fußballfans sicher auch ein Begriff.

Die Kaltlufttherapie, also die Therapie mit Kälte, geht heute aber viel weiter. Seit den 1980iger Jahren gibt es in Kliniken oder Reha-Einrichtungen Ganzkörper-Kaltluftkammern, die mit zwischen -85 und -100 Grad Celsius die Befreiung von körperlichen Leiden unterstützen sollen. Doch wie wirkt eine Kältekammer und welche positiven Effekte kann Extremkälte erzielen?

Wie wirkt eine Kältekammer? Ein Experte klärt auf

Robin Mayler ist Geschäftsführer von VITALuxe aus Dortmund. In seinem Physiotherapie- und Gesundheitsstudio können die Gäste auch eine Kältekammer nutzen. Wie wirkt eine Kältekammer? Mayler kennt die Antwort auf diese Frage.

„Unser Nervensystem ist hochsensibel, wenn es um Temperaturveränderungen geht. So bewirkt beispielsweise eine Abkühlung der Hauttemperatur eine Abnahme der Nervenleitgeschwindigkeit. Ab einer Temperatur von ca. 5°C werden die menschlichen Schmerzrezeptoren blockiert und die gewünschten positive Effekte treten ein“, sagt Mayler.

Durch den Aufenthalt in der Extremkälte bei -85°c sollen Stoffwechselvorgänge auf Zellebene beeinflusst werden. Als Anwendungsgebiete wird eine Vielzahl von Erkrankungen angegeben, insbesondere der Gruppe der rheumatischen Erkrankungen, jedoch auch aus dem psychiatrischen Bereich (wie Angst, Stress und Schlafstörungen) sowie zur sportlichen Leistungssteigerung und aus Wellness- und Beautygründen.

Kaltlufttherapie in Dortmund

„Im VITALuxe setzen wir mit elektrisch betriebenen Kältekammern die klassische Form der Kaltlufttherapie ein. Auf den ersten Blick wirken die Kältekammern wie überdimensional große Kühlschränke, in dem sich die Anwender frei bewegen können. Auch der Aufenthalt zweier Personen in einer Kammer ist unproblematisch. Eine Anwendung dauert nur drei bis fünf Minuten. Durch ein Stromaggregat wird die Kammer konstant auf -85°C-Grad heruntergekühlt. Wer denkt: ,-85°C? Mir ist ja schon im Winter bei -10°C viel zu kalt‘, der vergleicht Äpfel mit Birnen“, so der VITALuxe Geschäftsführer.

„In der Kältekammer herrscht eine trockene, gleichmäßige Kälte. Diese ist zwar kalt, dennoch wird sie als durchaus angenehm und wohltuend empfunden. Durch den Strombetrieb können unsere Kältekammern dauerhaft während der Öffnungszeiten genutzt werden. Dies ermöglicht uns, das Flatrate-Modell für unsere Kunden anzubieten, wobei sie die Kammer ohne Termin besuchen können. Die Kältekammern sind mit Musikboxen ausgestattet. Vor Anwendungsbeginn können sich unsere Kunden ihr Lieblingslied wünschen, welches während des Aufenthaltes abgespielt wird“, ergänzt Mayler.

Für wen eignet sich die Kältekammer?

Besonders für Schmerzpatienten und (chronisch) erkrankte Menschen können regelmäßige Anwendungen in der Kältekammer eine Verringerung der Entzündungswerte und eine Reduktion der Medikamente bewirken. „Ein Hauptziel der Ganzkörperkältekammer ist eine Reduktion der Schmerzen und ein geringerer Medikamentenverbrauch sowie die Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens. Nicht umsonst stehen die meisten Kältekammern in (Rheuma-) Kliniken oder Rehazentren“, erklärt Robin Mayler.

Die extreme Kälte wirkt auf die Schmerzsensoren des Körpers. Je nachdem, wie lange ein Kältereiz auf Haut und Muskulatur einwirkt, ist die Wirkung unterschiedlich: Bei kurzzeitiger Kälte (bis fünf Minuten) wirkt sie schmerzlindernd, bei längerer Kühlung (zehn bis zwölf Minuten) wirkt Kälte sogar entzündungshemmend. Die Kältereize werden verstärkt durch die Kälterezeptoren aufgenommen und über spezielle Nervenleitungen über das Rückenmark zum Gehirn geleitet.

Die Schmerzleitung wird durch deren spezielle Nervenstränge überlagert. So verringert die Extremkälte die Schmerzempfindlichkeit und verlangsamt die Nervenleitgeschwindigkeit für Schmerzreize. Durch möglichst oft wiederholende Kälteeinwirkungen kann zudem eine positive Wirkung auf das Schmerzgedächtnis erzielt werden. „Bei regelmäßiger Anwendung kann somit die nachhaltige Reduzierung von Medikamenten erzielt werden“, so der Fachmann.

Ist die Kältekammer für Sportler geeignet?

Aber auch für Sportler – egal ob Hobby-Athleten oder Leistungssportler – soll die Kältekammer eine echte Wunderwaffe sein. Der Grund: Wer mehrmals die Woche trainiert, gibt seinem Körper relativ wenig Zeit zu regenerieren.

„Die regenerative Wirkung von Kälte ist im (Leistungs-)Sport schon längst bekannt und erforscht. Viele Profisportler schätzen die Wirkung der Kältekammer bzw. der (unangenehmen) Eisbäder. Sie haben dadurch kürzere Regenerationsphasen und erfahren eine Leistungssteigerung der Kraft sowie der Ausdauer“, erörtert Mayler.  „Zusätzlich wenden sie die Kryotherapie zur Vorbeugung vor Muskelkater an. Insbesondere im Ausdauersport muss die, durch längerfristige körperliche Arbeit erzeugte Wärme, mit erheblichem regulatorischem Aufwand heruntergekühlt werden.“

Bei intensiven Ausdauereinheiten braucht unser Körper dazu ca. 75 Prozent der energetischen Prozesse für die Kühlung, sodass also nur noch 25 Prozent für die eigentliche muskuläre Arbeit zur Fortbewegung zur Verfügung stehen. Wenn während der sportlichen Aktivität noch hohe Außentemperaturen herrschen, kann man von einem regelrechten Energieverlust durch das Aufrechterhalten des Thermogleichgewichts sprechen. Das ist ein stark leistungslimitierender Faktor. Da der Körper durch die Kälteanwendung vor der Trainingseinheit bereits abgekühlt ist, kann mehr Energie in die Muskeln transportiert werden.

Auch Sauerstoffaufnahme und -transport werden durch die Kälteanwendungen erhöht. Dies steigert die Leistung bei regelmäßigen Anwendungen signifikant.
Zusätzlich kann regelmäßiges „Pre-Cooling“ durch die durch die Extremkälte ausgelöste Reduzierung des Laktatwertes vor der Trainingseinheit dazu führen, dass Sportler insgesamt bessere Ergebnisse erzielen. Auch die verstärkte Durchblutung der Muskeln trägt dazu bei. Nachgewiesenermaßen fördert die Kältekammer-Anwendung also die sportliche Leistungsfähigkeit und führt zu messbaren Leistungsverbesserungen im Ausdauerbereich. Dazu Mayler: „Quasi eine legale und natürliche Form des Dopings!“

Kryotherapie: Abnehmen mit Kälte – geht das?

Kältekammern werden auch gern von Personen genutzt, die weder Sportler sind, noch von Rücken- oder Gelenkschmerzen geplagt werden. Das Stichwort hier: Die Kammer als Beauty- und Abnehmbegleiter. Denn Kryotherapie soll die Pfunde nur so dahinschmelzen lassen. Die Annahme: Bei einer Temperatur von -85 Grad Celsius kann der Körper bei regelmäßiger Anwendung bis zu 700 Kalorien verbrennen. Außerdem kann das Bindegewebe gestrafft und Cellulite gemildert werden. Was sagt der Experte dazu, kann das wirklich funktionieren?

„Zur Unterstützung bei der Gewichtsreduktion hat sich die Kältekammer als gutes Mittel herausgestellt. Neben der Steigerung des Stoffwechsels wird die gesamte Aktivität des Körpers gesteigert und damit logischerweise auch viele Kalorien verbrannt. Natürlich ersetzt die Kältekammer keinen Sport – aber als zusätzliche Unterstützung zum Kalorienverbrennen ist sie sehr gut geeignet“, sagt der Experte.

Warum? In der „Natur“ sind Temperaturen von bis zu -85°C für unseren Körper in der Regel nicht bekannt. Daher zieht er „alle Register“ und steigert seine Aktivitäten, sobald er der Extremkälte ausgesetzt ist. Er reagiert mit dem Hochfahren des Stoffwechsels und verbrennt mehr Energie als üblich. Das soll die extreme Kälte abwehren und die überlebenswichtigen inneren Organe wie Herz, Lunge und Darm warmhalten. Regelmäßige Aufenthalte in der Kältekammer führen also dazu, dass der individuelle Kalorienverbrauch signifikant erhöht werden kann und ein Aufenthalt im Durchschnitt bis zu 700 kcal. verbrennt.

Auch die Produktion der sogenannten „braunen Fette“ wird durch regelmäßige Anwendungen angekurbelt: „Braunes Fett“ befindet sich unter dem Schlüsselbein, am Hals, im Nacken und entlang der Wirbelsäule. Es hat Einfluss auf den Wärmehaushalt und die Fettverbrennung, da es Energie erzeugen kann, ohne zittern zu müssen. Lange waren Mediziner davon ausgegangen, dass nur Säuglinge braunes Fett besitzen: Sie haben zu wenig Muskelmasse, um sich durch Zittern warm zu halten. Braune Fettzellen am Rumpf wärmen den Körper von Babys. Anders als herkömmliche weiße Fettzellen speichern sie keine Energie, sondern verbrennen sie in zelleigenen „Kraftwerken“. Im ausgewachsenen Körper befinden sich in der Regel nur noch wenige Gramm der braunen Fette. Die Extremkälte erhöht die Produktion der eben dieser braunen Fette. „Aber Achtung: der Name ist trügerisch, denn statt mit Fett sind sie vergleichbar mit Muskelgewebe“, ergänzt Mayler.

Kältetherapie: Was kostet die Kältekammeranwendung?

So oder so: Es gibt viele Einsatzbereiche für die Kältekammer. Wer sich für die Kryotherapie interessiert, wird sich bestimmt jetzt fragen: Welche Kosten kommen für eine Kältekammer-Anwendung auf mich zu? Dazu Mayler: „Wir bieten eine Vielzahl von Modellen an: Ob durch eine Mitgliedschaft, durch den Erwerb von Mehrfach- oder Monatskarten oder aber über unsere Physiotherapie-Praxis – wir beraten stets individuell und bedarfsgerecht. Die Monatskarten ohne vertragliche Bindung gibt es ab 150 Euro und die Kältekammer-Flatrate mit täglicher Nutzungsmöglichkeit startet bei 22 Euro pro Woche.“

Zusätzlich wird den Gästen von VITALuxe in Dortmund noch einiges mehr geboten: „Neben den Kältekammern bieten wir auch Personal Training durch EMS- und Galileo-Training, Überwasser-Massagen auf einer Hydrojet-Liege und Messungen auf einer Körper-Analyse-Waage an. In unserer Physiotherapie-Praxis behandeln wir darüber hinaus Patienten jeder Krankenkasse. Besonders wichtig ist uns eine entspannte und familiäre Filialatmosphäre und der Umgang untereinander. Unsere Kunden, Patienten und Mitarbeiter sollen sich immer bei uns wohlfühlen.“

Wer die Kältekammer und das weitere Angebot testen möchte, kann sich von Mayler und seinem Team selbstverständlich unverbindlich beraten lassen: „Um unser Angebot kennenzulernen, vereinbaren wir vor der ersten Anwendung stets einen Kennenlerntermin. Hier klären wir die Interessenten ausgiebig über die Wirkungsweisen und Kontra/-Indikationen auf und beantworten mögliche Fragen. Der Probetermin ist in jedem Fall kostenlos und unverbindlich“, sagt Robin Mayler.

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